Der ehemalige Sportjournalist Michael Topp hat einen Vortrag über die Eisenbahn-Verbindungen zwischen Hemer, Iserlohn und Menden gehalten.
Der Vortragsraum des Felsenmeer-Museums platzte am Sonntagnachmittag aus allen Nähten. Grund dafür war das große Interesse an dem Vortrag über Eisenbahnen in Hemer von Michael Topp. Im Rahmen der Reihe „Sonntags im Museum“, die immer am ersten Sonntag im Monat stattfindet, hatte der Bürger- und Heimatverein Hemer zu der Veranstaltung eingeladen.
Rund 80 Interessierte, einige mehr traten aufgrund von Platzgründen den Heimweg an, tauchten mit Michael Topp in die schon lange vergangene Geschichte der Eisenbahn in Hemer ein. Aufgrund der sehr guten Resonanz signalisierten Referent Michael Topp und Holm Diekenbrock, erster Vorsitzender des BHV Hemer, aber, dass eine Wiederholung des Vortrags durchaus denkbar sei.
Bereits 2025 hatte der 67-jährige ehemalige Sportjournalist in der Vereinszeitschrift „Der Schlüssel“ einen Bericht über die Geschichte der Eisenbahn in der Felsenmeerstadt veröffentlicht. Jetzt zeigte der gebürtige Iserlohner, der seit 1969 in Hemer lebt, rund 220 teils historische Fotos, Karten und Dokumente. Ein Großteil der Bilder stammte dabei aus seinem eigenen Archiv, zudem ist Topp in Besitz des Archivs des verstorbenen Ernst Schüttler. Eisenbahn ist für Topp ein großes Hobby, sei es im Original oder auch im Modell.
In seinem Vortrag ging Michael Topp auf die Eisenbahnstrecke zwischen Menden und Iserlohn ein. Entscheidend für den Bau der Strecke Hemer-Menden war seinerzeit die Verbindung zwischen Letmathe und Iserlohn, ohne die es die weiteren Verbindungen wahrscheinlich niemals gegeben hätte. Am 1. September 1882 wurde damals die 6,71 Kilometer lange Strecke zwischen Menden und Hemer eröffnet, am 13. Juni 1885 folgte dann der 8,17 Kilometer lange Abschnitt zwischen Hemer und Iserlohn. Für den Güterverkehr gab es dann ab dem 1. Oktober 1891 noch die 1,8 Kilometer lange Strecke zwischen Hemer und Sundwig-Dieken.
Mit einer Reliquie in Westig begann Michael Topp seine Ausführungen. Dort zeugt das einstige Fachstellwerkhäuschen an der Drehscheibe, heute ein verfallener Schandfleck, von der Zeit der Eisenbahn. Weitere Zeichen der Erinnerung sind heute noch sichtbar wie beispielsweise der Tunnel an der Edelburg oder die Bahnsteigkanten in der Becke. Auch zeugen Bezeichnungen wie Bahnhofstraße und Eisenbahnschleife noch von der Zeit der Eisenbahn in Hemer. Im weiteren Verlauf ging der Referent unter anderem auch auf die Streckenabschnitte in Sundwig und auch unterhalb der Burg Klusenstein, wo die Hönnetalbahn verkehrt, ein.
Begeistert zeigte sich Michael Topp im Gespräch mit der Heimatzeitung über die Tatsache, dass sich viele Besucher beim Vortrag sehr gut mit der Eisenbahn in Hemer auskannten. Im Publikum waren unter anderem Modelleisenbahner von den Eisenbahnfreunden MK. Zudem konnte sich Topp zwischendurch immer wieder über Einlassungen von Zeitzeugen freuen. Topp persönlich findet es interessant, wie oft die Strecke damals immer wieder aktiviert wurde. So wurde sie lange Zeit von der Bundeswehr für den Militärtransport genutzt. Erst 1989/1990 wurde der Streckenabschnitt nach Iserlohn in Westig gänzlich eingestellt. Im März 2005 wurde dann mit der Demontage der letzten Bahngleise zwischen Hemer und Menden begonnen. In staugeplagten Zeiten wünscht sich jedoch manch einer die Eisenbahnverbindung wieder zurück.
© Annabell Brock
